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Lesermeinung Bezugnehmend auf den Leitartikel ein Ausspruch von Mark Twain: "Wenn du merkst, dass Du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren." Zu sehr sollte unsere Partei diesem Ausspruch aber nicht folgen. Ich denke gerade jetzt, da die unverzeihliche Panne mit dem Rechtsextremismus passiert ist, darüber nach, ob es richtig ist, dass sich die Justizministerin nicht zur Vorratsdatenspeicherung entschließen kann. Vor Jahren ist sie am Mitgliederentscheid zum sogenannten Lauschangriff gescheitert. Allgemeinwohl sollte Vorrang haben. Wenn die Bundesregierung jetzt auf FDP-Vorschläge eingeht, finden Oppositionspolitiker alles für völlig unzureichend, obgleich sie selbst, als sie regierten, nicht ansatzweise Schritte in die Richtung getan haben. Und wenn der als Außenminister blasse Steinmeier im Bundestag gegenüber der Kanzlerin und ihrer Koalition öffentlich den "Scheibenwischer" zeigt, sollte er wissen, dass im Stra-ßenverkehr so etwas strafbar ist. SPD-Chef Gabriel äußert sich zur Regierungsarbeit mit Goethes "Zauberlehrling": "Die ich rief, die Geister…". Es waren für den Zauberlehrling Geister, aber es war nur ein Zauberlehrling, bei Gabriel waren es mehrere. Etwas ganz Neues hat der Grüne Trittin am Bundesaußenminister entdeckt: Er nennt Westerwelle jetzt eine lahme Ente. Publissity ist alles. Nun zur Landespolitik: Als Ministerpräsident Haseloff noch Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt war, hat er sich auf dem OB-Neujahrsempfang in Dessau-Roßlau zu den Bemühungen um den Anschluss des Wörlitzer Win-kels an Dessau-Roßlau geäußert, er sei "positiv neutral". Wenige Wochen später hat er in Waldersee gesagt, dass alles gelaufen sei. Als Ministerpräsident hat er im August in Prussendorf Hoffnung auf Rettung des Landesgestüts gemacht und steht in Magdeburg zum Kabinettsbeschluss, der einen Verkauf vorsieht. Schlussfolgerung: Haseloffs Vorort-Äußerungen sollte man - um es vorsichtig aus-zudrücken - nicht überbewerten. Auch sein Wahlversprechen, den dualen Ausbildungsgang Berufs-ausbildung mit Abitur in Sachsen-Anhalt wieder einzuführen, hat wohl nur bis zur Landtagswahl ge-golten. Nicht einmal der Kultusminister kann sich dazu verbindlich äußern. Die Kommunikation klappt nicht. Stattdessen entscheiden in unserem Bundesland inzwischen wieder allein die Eltern darüber, ob ihre Kinder nach Abschluss der vierten Klasse ihre Ausbildung am Gymnasium fortsetzen sollen. Eine objektive Empfehlung/Entscheidung durch die Schule, wie es unter der CDU/FDP-Regierung beschlossen worden war, dürfte für die Schüler dienlicher gewesen sein. (In diesem Zu-sammenhang aus meiner Schulzeit: 1944 bin ich nach Abschluss der 4. Klasse in die Hauptschule (Mittelschule) versetzt worden, sofern mich meine Eltern nicht einer höherstufigen Einrichtung zufüh-ren. (Als vorsichtiger Mensch betone ich, dass ich damit ausdrücklich kein Befürworter des National-sozialismus bin.) Und selbst 1948, in der sowjetischen Besatzungszone, bin ich von der Grundschule (8. Klasse) in die Oberschule versetzt worden. Die Entscheidungen durch die Schule haben mir m. E. nicht geschadet.) Seit kurzem bin ich Besitzer eines neuen Personalausweises. Nun weiß ich, dass ich in DESSAU-ROßLAU wohne. Ich weiß nicht, ob die DDR oder die Bundesrepublik diese Vergewaltigung der deutschen Schrift erfunden hat; schon mein Dienst(reise)pass der DDR ist 1978 vom VPKA ROß-LAU ausgestellt worden. Der 27. (Hilfs-)Buchstabe des deutschen Alphabets ist im Ausland weitge-hend unbekannt und wird oft als "B" gedeutet. Aber eigentlich sollte das bald bedeutungslos sein; denn die Regierung des Stadtstaates Hamburg hat jetzt beschlossen, die Schulanfänger nicht mehr die bislang in Deutschland einheitliche Schreibschrift zu lehren, sondern eine Hamburger Schreib-schrift zu vermitteln. Vielleicht erfinden die übrigen 15 Bundesländer jedes für sich auch bald eine eigene Schrift. In Sachsen-Anhalt hat es mit Beginn des neuen Schuljahres auch entsprechende Versuche gegeben. Hoch lebe der Föderalismus! Aber sehen wir es positiv: Vielleicht hindert es junge Familien, aus unserem Bundesland wegzuziehen, wenn anderswo nicht nur die Lehrpläne anders sind als in Sachsen-Anhalt, sondern auch die Schrift. Nun noch ganz kurz etwas Lokales: Zur Wilhelm-Wagenfeld-Ausstellung hatte die Stiftung Bauhaus zur Finissage eingeladen und ebenso die lokale Presse. Versuchen Sie bitte mal im Duden oder im Internet das Wort "Finissage" zu finden! Mit großem Erfolg und gelungener Zusammenarbeit mit den Bühnen in Weimar und Stuttgart hat das Anhaltische Theater (ATD) Modest Mussorgskis "Chowanschtschina" aufgeführt. Im Programm-Flyer des ATD kann man lesen: "… Zentrum der Inszenierung ist der … Rote Platz …, Symbol … der spontanen Erhebungen und ihrer brutalen Niederschlagungen, … aber … auch Ort der spontanen Demonstrationen immerwährender Hoffnungen des Volkes. Wir selbst haben es 1989 … erlebt, … Andrea Moses knüpft an … die Volksbewegung 1989 an und kritisiert diese zugleich als halbvollen-det, steckengeblieben und versandet im politischen Alltagsgeschäft." Was soll man dazu sagen? Viel-leicht wissen Sie es, liebe Leser. Manfred Hoffmann ...zur Diashow>> Besuch bei Holger Krahmer FDP Mitglied des Parlaments der EU in Brüssel, Mitglied der liberal-demokratischen Fraktion ALDE. Unser umsichtiger Reiseleiter war Herr Schnurpel. Fotos und Beitrag von Manfred Boettcher FDP Kreisvorstand Dessau-Roßlau mehr lesen...>>
Christian Just,
OStD Zerbster Straße 6, 06844 Dessau-Roßlau
Liberaler Geist und liberale Politik haben in Dessau-Roßlau eine lange Tradition. Sie reicht zurück bis in die Zeit der Aufklärung. Unter dem Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau enstand mit dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich eine einmalige Kulturlandschaft, in der Toleranz und eine liberale, aufgeklärte Geisteshaltung noch heute spürbar sind. Reichlich hundert Jahre später entwickelte sich Dessau während der Amtszeit des liberalen Oberbürgermeisters Dr. Fritz Hesse zwischen 1918 und 1933 zu einem bedeutenden Industriezentrum Mitteldeutschlands. Auf sein Bemühen hin übersiedelte das Bauhaus 1925 von Weimar nach Dessau.
UNESCO-Welterbe seit 1996 - das Bauhausgebäude in Dessau Dessau-Roßlau, heute mit rund 90.000 Einwohnern eines von drei Oberzentren im
Land Sachsen-Anhalt
, hat sich nach der politischen Wende in der ehemaligen DDR auf seine liberalen Wurzeln besonnen. Im Herbst 1989 gründete der Dessauer Arzt Dr. Bruno Menzel (†) und weitere Mitstreiter die FDP-Ost. Auf dem Gründungsparteitag in Berlin wurde er am 04. Februar 1990 zum Parteivorsitzenden gewählt. ![]()
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